Samstag, 17. Juni 2017

Filmmeinung: Guardians (2017)

Guardians (Защитники; "zashchitniki")


Dauer: 100  Minuten
FSK: 12
Meine Bewertung:

Handlung: Während der Zeit des Kalten Krieges entwickelte die Sowjetunion ein strenggeheimes Projekt namens "Patriot". Ziel dieses Projekts war es, Menschen durch wissenschaftliche Experimente zu unverwüstlichen Super-Soldaten zu machen, doch das Projekt scheiterte und verlor an Bedeutung ... bis plötzlich ein der daran beteilgten Wissenschaftler wieder auftaucht und nach der absoluten Macht über die Welt strebt. Und nur die Guardians, die nach all den Jahrzehnten unverändert und verborgen leben, können ihre Schöpfer aufhalten ...
 
Trailer:
Eindrücke & Gedanken: Was sind eure ersten Assoziationen, wenn ihr das Wort ,,Superhelden" hört? Bei mir flattert sofort, Weiß auf Rot mit Comicszenen, das klassische Marvel-Intro los. Marvel und DC sind die zwei ganz Großen, wenn es um Filme über Superhelden geht. Es wirkt geradezu unmöglich, dass Superheldenfilme außerhalb der Label von Marvel und DC existieren können. Hat der russisch-armenische Filmemacher Sarik Andreasyan vielleicht etwas Ähnliches gedacht, bevor Guardians produzierte? Denn dies ist der erste Superhelden/Actionfilm aus Russland, wirkend wie die Low Budget Variante eines X-Men-Films mit ungewöhnlichen Helden und trashigen Untertönen!
An sich sind die Fähigkeiten der einzelnen Übermenschen echt cool und der Anfang mit dem Projekt "Patriot" war an sich auch sehr gut Ler (Kontrolle über Steine), Ursus (Verwandeln in einen Bären; Bär-Hulk 😂), Khan (Martial Arts und Super-Geschwindigkeit) und Xenia (Wasserformen & Unsichtbarkeit).

Auf eine gewisse Weise bereue ich aber, den Film nicht in der Originalsprache gesehen zu haben. Oder wenigstens mit deutschen Untertiteln, denn bei der Synchronisation ins Deutsche wurde das Drehbuch sehr verändert und absolut lächerlich gemacht! So, wie ich es nachgelesen habe, ist Guardians auf Russisch ein recht ernster Film mit wenigen Witzen (Ausnahme: die grandiose X-Men-Anspielung!).  Warum wurde dann bei der deutschen Synchro die flachsten, dämlichsten Witze überhaupt reingesteckt? Die Übersetzung der Dialoge ist in diesem Fall grauenhaft und nimmt dem ganzen Film seine Ernsthaftigkeit, einfach niveaulos. Was soll das für ein Schrott besonders in einer Szene: die Funkverbindung (!!)  bricht ab, weil alle nur Prepaid-Karten haben?

"Niveaulos", kann ich das hier überhaupt sagen? Guardians ist alles in allem ein banaler Superhelden-Film mit mittelmäßigen CGI-Effekten, passabler Schauspielerleistung und einer Story, die zwischen Klischees und gewaltigen Logiklöchern schwankt. Zum Beispiel: Wenn Ursus sich komplett in einen Bären verwandelt und dabei seine Klamotten zerfetzt werden, wie hat er direkt nach der Rückverwandlung plötzlich wieder Hosen und Stiefel an? Alles in allem habe ich für Guardians gemischte Gefühle. Als eine reine Unterhaltung, wenn man nichts anderes hat, ist der Film ganz passabel und unterhaltsam. Aber es ist definitiv kein Film, den ich mir freiwillig ein zweites Mal anschauen würde.

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